Abfallmanager Auswertungen

Funktionsbeschreibung des IUWA Abfallmanagers

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7. Statistische Auswertungen abrufen

Die mit dem IUWA Abfallmanager möglichen Auswertungen sind auf der Eingangsmaske durch grüne Symbole gekennzeichnet. Sie entsprechen den beiden Schaltflächen (Buttons) „Statistik“ (Kapitel 7) und „Dokumente“ (Kapitel 8). Das Aktivieren (Anklicken) der Schaltfläche „Statistik“ eröffnet Ihnen im variablen Bereich der Eingangsmaske (oben rechts) den Zugriff auf die folgenden Auswertungsmöglichkeiten: „Kennziffern“, „Detaillisten“, „Gefahrguttransporte“, „Systemstatistik“ und „Datenexport zum Abfallanalyser“.

7.1 Kennziffern

Durch das Anklicken der Schaltfläche „Kennziffern“ berechnen Sie einige der wichtigsten Indikatoren zum betrieblichen Abfallmanagement auf der Grundlage der in den Abfallmanager eingegebenen Daten über einen von Ihnen frei wählbaren Zeitraum. Hierzu geben Sie bitte die Zeitspanne ein. Sollten Sie eine Auswertung über den Zeitraum des letzten Kalenderjahres oder Ihres letzten Geschäftsjahres wünschen, so klicken Sie auf der Auswahlmaske zur Wahl des Berichtszeitraums entweder auf die Schaltfläche KJ (= Kalenderjahr) oder auf die Schaltfläche GJ (= Geschäftsjahr). Sie übertragen damit Beginn und Ende Ihres Geschäftsjahres gemäß der von Ihnen in den Einstellungen spezifizierten Daten in die beiden Eingabefelder.
Durch drücken der Schaltfläche „Kennziffern berechnen“ erzeugen Sie eine geschachtelte Indikatorenliste, die Ihre Abfalldaten sowohl nach Mengen wie auch nach Kosten folgendermaßen zusammenfasst und aufsplittet:

  • Abfälle zur Entsorgung
    diese erste Zeile gibt ihnen zunächst einmal eine Gesamtübersicht über die Gesamtmengen, Gesamtkosten und Gesamterlöse innerhalb des von Ihnen spezifizierten Untersuchungszeitraums.
  • Abfälle zur Verwertung
    beschreibt Ihnen ganz entsprechend die Mengen, Kosten und Erlöse, die sich auf Abfälle beziehen, die gemäß Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetz (KrW-/AbfG) nach einem Verwertungsverfahren (R-Satz) entsorgt wurden.
  • Abfälle zur Verwertung werden in den nächsten drei Zeilen aufgesplittet nach dem Grad ihrer Überwachungsbedürftigkeit, d.h. in
    – nicht überwachungsbedürftige (nüb)
    – überwachungsbedürftige (üb)
    – und besonders überwachungsbedürftige (büb)
    Abfälle zur Verwertung.
    Die hinter der Mengenspalte stehenden Prozentzahlen beziehen sich dabei auf den jeweiligen Anteil der drei voneinander unterschiedenen Überwachungsbedürftigkeiten an der Gesamtheit der Abfälle zur Verwertung.
  • Abfälle zur Beseitigung
    beschreibt Ihnen die Mengen, Kosten und Erlöse, die sich auf Abfälle beziehen, die gemäß Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetz nach einem Beseitigungsverfahren (D-Satz) entsorgt wurden.
  • Abfälle zur Beseitigung werden in den nächsten beiden Zeilen ebenfalls nach dem Grad ihrer Überwachungsbedürftigkeit weiter untergliedert. In diesem Falle beschränkt sich die Aufsplittung in
    – überwachungsbedürftige (üb)
    – und besonders überwachungsbedürftige (büb)
    Abfälle zur Beseitigung. Eine Klasse nicht überwachungsbedürftiger Abfälle zur Beseitigung sieht das KrW-/AbfG nicht vor.
  • Sonderabfälle
    fasst die Daten der nach KrW-/AbfG als „besonders überwachungsbedürftig“ eingestuften Abfälle“ zusammen und gruppiert demnach die beiden Klassen „besonders überwachungsbedürftige Abfälle zur Verwertung“ und „besonders überwachungsbedürftige Abfälle zur Beseitigung“.
  • Entsorgungsnebenkosten
    werden zunächst einmal ebenfalls in ihrer Gesamtheit aufaddiert, hiernach aber aufgesplittet in ihre wesentlichen Komponenten: „Transportkosten“ und „Containermieten“; „Abgaben“ sowie „andere Nebenkosten“ werden ebenfalls getrennt aufaddiert. Eine solche Entsorgungsnebenkostenaufsplittung fördert die Vergleichbarkeit verschiedener
    Entsorgungsangebote wesentlich und zeigt darüber hinaus konkrete Ansatzpunkte für Nachverhandlungsspielräume auf.

Beachten Sie bitte, dass die Qualität der ermittelten Kennzahlen ein Spiegel der von ihrer Seite durchgeführten Dateneingaben ist. Die Qualität der von Ihnen hier per Knopfdruck ermittelbaren Kennziffern hängt also ganz entscheidend davon ab, dass Sie bei der Dateneingabe (insbesondere auf dem Buchungsblatt) alle als Pflichtfelder markierten Eingabefelder ausgefüllt haben. Bestimmte Arten von Fehlern bei der Datenangabe können Sie dadurch erkennen, dass sich bestimmte Prozentzahlen nicht zu 100 addieren. Zu 100 addieren müssen sich:

  • die Prozentzahlen für Abfälle zur Verwertung und zur Beseitigung,
  • die Prozentzahlen für nüb-,üb- und büb-Abfälle zur Verwertung,
  • die Prozentzahlen für üb- und büb-Abfälle zur Beseitigung.

Addieren sich diese Zahlen nicht zu 100, so sind die Pflichtfelder relevanter Dateneingabemasken nicht vollständig ausgefüllt worden. Stellen Sie beim Anblick der erzeugten Kennzahlen fest, dass sie fehlerhaft sind (bspw. keine Addition zu 100%) oder hegen zumindest einen solchen Verdacht, so führen Sie eine dazu passende Datenselektion über die Buchungslistenauswahl (Detaillisten) durch, die sich auch dazu bestens eignet, fehlerhafte Dateneingaben zu identifizieren und über die Buchungsnummer auch genau zu lokalisieren. Wenn Sie in der letzten Spalte der Buchungslistenauswahl auf die Option „Detailliste“ klicken erhalten Sie in der ersten Spalte ihrer Auswertung die Buchungsnummer Ihres Datensatzes, über die sie den Datensatz dann in der Buchungsmaske genau ansteuern können. Die Datensätze für „Abfälle zur Verwertung“ und die „Abfälle zur Beseitigung“ werden über die Eintragung eines entsprechenden R- bzw. D-Satzes gegriffen. Ist einem bestimmten Stoff also kein R- oder D-Satz (Pflichtfeld), zugeordnet, so kann er auch nicht selektiert werden. Achten Sie in diesem Zusammenhang ganz besonders darauf, dass Sie auch Buchungssätze, die nur aus Containermieten oder Transportkosten bestehen, stets mit einem bestimmten Stoff verbinden, damit sie für die Kennzifferberechnung auch berücksichtigt werden können.

7.2 Detaillisten (Buchungslistenauswahl)

Über die Eingabemaske „Buchungslistenauswahl“ haben Sie Zugriff auf eine Vielzahl von Selektions- bzw. Auswertungsmöglichkeiten Ihres Datenbestandes.

listenauswahl

Die von ihnen gewünschte Abfalldatenauswertung spezifizieren Sie dabei in mehreren Schritten:

  1. Erste Spalte: „Auswahlkriterien“
    Definieren Sie zunächst ein von Ihnen gewünschtes Auswahlkriterium oder eine Kombination sinnhafter (d.h. sich nicht gegenseitig ausschließender) Auswahlkriterien. Tipp: Interessieren Sie sich bspw. nur für die Entsorgungsvorgänge, für die Sie Erlöse bekommen haben, oder für diejenigen, die mehr als 1000 € gekostet haben, so können Sie dies über die Option „Saldo Kosten/Erlöse spezifizieren, indem Sie in das linke Feld den kleinsten und in das rechte Feld den größten Grenzwert eintragen, der in das Spektrum Ihrer Auswahl mit einbezogen werden soll.
  2. Zweite Spalte: „Zusammenfassung“
    Hier haben Sie darüber hinaus die Möglichkeit, ein Kriterium zu bestimmen, nachdem Sie ihre Auswertungsergebnisse gruppiert zusammengefasst haben wollen. Möglich ist hier eine Gruppierung nach AVV, interner Stoffnr., Abfallgruppe, Entsorger, Beförderer, Bearbeiter, Anfallstelle, Entsorgungsanlage, Überwachungsbedarf, Entsorgungsnachweis, Stoffgruppe, sowie eine Unterscheidung in Verwertungs- und Beseitigungsverfahren. Alternativ können Sie hier aber auch nach Entsorgungsdatum gruppieren und erhalten so wahlweise Zusammenfassungen nach Kalenderwoche, Monat, Quartal oder Jahr. Sollten Sie keine derartige Zusammenfassung wollen, so belassen Sie die Aktivierung auf („keine“).
  3. Dritte Spalte: „Sortierung nach“
    Sollten Sie sich in Spalte zwei für „keine“ Zusammenfassung entschieden haben, so stehen Ihnen in Spalte drei bestimmte Sortierkriterien zur Verfügung. Als Voreinstellung ist eine Sortierung nach interner Stoffnummer (interne AVV) aktiviert. Sollten Sie eine anders geartete Sortierung wünschen, so aktivieren Sie eine der darunter stehenden Wahlmöglichkeiten.
  4. Vierte Spalte, oben: „Typ“
    Schlussendlich sollten Sie sich noch überlegen, ob die von Ihnen gewünschte Auswertung als“ Übersicht“ oder im „Detail“ erfolgen soll Übersicht: Sie erhalten für jede gemäß Ihrer Selektionskriterien möglichen Zusammenfassung eine Datenzeile (Vorteil: platzsparend und übersichtlich) Detail: Sie erhalten für jeden Ihren Selektionskriterien entsprechenden Datensatz eine Datenzeile (Vorteil: jeder Vorgang wird explizit aufgeführt und jeder passende Datensatz kann explizit lokalisiert werden.
  5. Vierte Spalte, unten: „Ausgabemedium“
    Hier können Sie über drei Alternativen bestimmen, was mit der von Ihnen spezifizierten Datenauswahl passieren soll: – Bildschirm (Voransicht)
    In diesem als Voreinstellung ausgewähltem Modus erhalten Sie eine Bildschirmansicht des gewünschten Reports. Sie können das Dokument aus dieser Voransicht heraus drucken und in Ihre Textverarbeitung oder Tabellenkalkulation exportieren (. Dokumente exportieren).
    – (Standard-) Drucker
    Die gewünschte Auswertung wird ohne weitere Einstellmöglichkeit direkt zum angeschlossenen Standarddrucker gesandt. Wollen Sie vorher Einstellungen vornehmen oder zwischen mehreren Druckern wählen, sollten Sie zunächst „Bildschirm (Voransicht)“ wählen und die dortige Druckfunktion aus der Menüleiste auswählen (Datei Drucken).
    – Export (Excel)
    Diese Option exportiert eine Rohfassung der Daten in die Datei „Abfallmanager Exportliste.xls“ in Ihr Verzeichnis „Eigene Dateien“. Erfahrungen im praktischen Umgang mit dieser Funktion haben allerdings ergeben, dass das Ergebnis mit steigender Komplexität der gewünschten Liste unbefriedigender ausfällt. Deshalb empfiehlt es sich im Zweifelsfall, eine Auswertung aus der Bildschirmvoransicht heraus in die Tabellenkalkulation zu exportieren.
  6. Fünfte Spalte, links unten: „Sprache“
    Hier besteht für Sie die Möglichkeit die von Ihnen ausgewählten Listen in der gewünschten Sprache zu erstellen.
    Tipp: Im Menü Einstellungen können Sie unter dem Kartenreiter Sprache den gesamten Abfallmanager auf eine Sprache Ihrer Wahl, wie z. B. Englisch umstellen.

Tipp: Detaillisten eignen sich hervorragend zur gezielten Fehlersuche oder einer anders motivierten Suche nach ganz bestimmten Datensätzen. Bei einem solchen Suchprozess gehen Sie bitte wie folgt vor: Entscheiden Sie sich in Spalte 4 für den Typ „Detail“. Sie erhalten Ihre Auswertungsergebnisse damit so, dass in der ersten Spalte die von ACCESS generierten Buchungsnummern der selektierten Datensätze aufgeführt sind. Schreiben Sie sich die Nummer des Sie interessierenden Datensatzes auf und gehen Sie mit Ihrem Cursor nun auf Ihr Buchungsblatt ins Feld „Buchungsnr.“ Daraufhin gehen Sie mit Ihrem Cursor in Ihrer Auswahleiste auf die Schaltfläche „Suchen und Ersetzen“ (graphisch gekennzeichnet durch ein Fernglas) und geben dort Ihre soeben notierte Buchungsnummer ein. Drücken Sie sodann die Schaltfläche Weitersuchen. Sie steuern damit direkt den Datensatz mit der von Ihnen gewünschten Buchungsnummer an, der nun auf Ihrem Bildschirm erscheint. Hier können Sie dann auch die von Ihnen für richtig empfundenen Ergänzungen / Veränderungen vornehmen. Drücken Sie abschließend die Schaltfläche „Liste erstellen“ (auf Ihrer Maske links unten) und Sie erhalten das Ergebnis der von Ihnen spezifizierten Auswahl.

7.3 Gefahrguttransporte

Über diese Schaltfläche können Sie eine Liste Ihrer Gefahrguttransporte erzeugen, was selbstverständlich nur dann möglich ist, wenn Sie bei der Eingabe Ihrer Stammdaten auch Daten für Gefahrstoffe angelegt haben (Menü Stoffe, Kartenreiter Gefahrgut). Ist dies nicht der Fall, so erhalten sie eine Fehlermeldung, dass keine gültigen Datensätze vorhanden sind. Im Rahmen der Auswertung nach Gefahrguttransporten spezifizieren Sie in einem ersten Schritt wiederum das Berichtsjahr und entscheiden sich daraufhin entsprechend der gefahrgutrechtlich relevanten Frage zwischen den Optionen:

  • Alle Transporte anzeigen
  • Transporte mit mindestens 5 Tonnen anzeigen
  • Transporte unter 5 Tonnen anzeigen

7.4 Systemstatistik

Mit der Systemstatistik haben Sie eine weitere Möglichkeit, sich einen Grobüberblick über Ihre Datensätze und deren Qualität zu verschaffen – und dies in der einfachst möglichen Form. De facto zeigt Ihnen die Systemstatistik an, wie viele Adressen, Stellen, Stoffe, Entsorgungsnachweise und Buchungen:

  • Sie angelegt haben,
  • wie viele davon archiviert sind,
  • ungültig sind (bspw. abgelaufene oder noch nicht gültige Entsorgungsnachweise)
  • oder offen sind (bspw. über die Pfortemaske angelegte, aber noch nicht abgeschlossene Buchungen.

Wenn Sie die Qualität Ihrer Abfalldateneingaben bspw. im Zusammenhang mit einer bevorstehenden Zertifizierung schnell überprüfen wollen, so kann Ihnen ein kurzer Rückgriff auf die Systemstatistik erste wichtige Anhaltspunkte bieten. Beispiele:

  • Sie sehen auf einen Blick, ob sie die tatsächlich abgeschlossenen Entsorgungsvorgänge auf der Buchungsmaske auch tatsächlich abgeschlossen (d.h. als solche gekennzeichnet) haben.
  • Sie sehen die Anzahl der laut Abfallmanager derzeit gültigen Entsorgungsnachweise und können die entsprechenden Dokumente in Ihren Entsorgungsnachweisordner zum Vergleich schnell durchzählen.

7.5 Datenexport zum Abfallanalyser

Mittels dieses Buttons exportieren Sie Daten des Abfallmanagers in den Abfallanalyser. Ausführliche Informationen finden Sie in der Dokumentation zum IUWA Abfallanalyser.

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